Vorkommen nutzen, Zukunft sichern

SOCAR (State Oil Company of Azerbaijan) wurde am 13. September 1993 gegründet. Die Fusion des ehemaligen staatlichen Ölkartells „Azerneft" und der Produktionseinheit „Azerneftkimiya" markiert den Beginn der Ressourcen-Ausschöpfung nach der Sowjet-Ära und im Interesse Aserbaidschans. Vorrangiges Ziel von SOCAR ist es daher, den Eigenbedarf der Republik an Öl, Gas und Kohlenwasserstoff-Produkten zu sichern. Und darüber hinaus erschlossene Ressourcen zu exportieren, gemäß der Öl-Strategie Aserbaidschans.

Erfolgreiche Maßnahmen

Um die Öl-Strategie möglichst erfolgreich zu realisieren, wurden bei SOCAR seit der Gründung viele Strukturveränderungen bzw. -anpassungen vorgenommen. Dazu zählen die Zusammenlegung der Onshore- und Offshore-Produktionsanlagen, inklusive der Modernisierung aller Einrichtungen für Produktion, Verarbeitung und Transport von Erdöl und Erdgas, die Gründung einer Abteilung für wissenschaftliche geologische Forschung und langfristige Prognose sowie die Erneuerung aller relevanten Abteilungen, z.B. Personal-, Finanz- und Rechnungswesen. Weiterhin wurde die Kooperation mit staatlichen Stellen und ausländischen Unternehmen intensiviert, zudem der Umweltschutz und die Renaturierung nicht mehr genutzter Flächen gefördert.

Globale Bedeutung

Heute ist SOCAR eines der weltweit führenden Unternehmen der Kohlenwasserstoff-Industrie. Beschäftigt werden aktuell über 58.900 Mitarbeiter, 17.500 davon sind Techniker und Facharbeiter. Abgedeckt wird die komplette Wertschöpfungskette für Öl- und Gasfelder – von der Suche, Exploration und Förderung über Verarbeitung, Raffinierung und Produktion bis hin zu Transport, Lieferung und Verkauf. Welche umfangreichen Leistungen SOCAR damit erbringt, zeigt ein Blick auf die riesigen Ressourcen Aserbaidschans: Geschätzt wird das Gesamtmenge des förderbaren Erdöls auf 3 bis 5 Milliarden Tonnen. Insgesamt sind 57 Ölvorkommen nachgewiesen, 39 befinden sich auf dem Festland, 18 im aserbaidschanischen Sektor des Kaspischen Meeres. Genauso beeindruckend sind die Gasvorkommen, deren Gesamtmenge 5 Billionen Kubikmeter Erdgas beträgt.

Jahrhundertvertrag als wesentliche Größe

400 Seiten, 4 Sprachen, 13 Unternehmen, 8 Länder: der sogenannte Jahrhundertvertrag, ein mittlerweile als historisch geltendes Abkommen über die Produktionsbeteiligung bei der Entwicklung der Tiefsee-Ölfelder „Azeri – Chirag – Gunashli", öffnete Aserbaidschan für ausländische Investitionen. Neben SOCAR zählten zu den Unterzeichnern mit Amoco, BP, McDermott, Unocal, Lukoil, Statoil, Exxon, TPAO, Pennzoil, Itochu, Ramco und Delta Unternehmen aus den USA, Großbritannien, Russland, Türkei, Norwegen, Japan und Saudi-Arabien. In der Folge des Jahrhundertvertrags konnten bis heute 27 Produktionsbeteiligungs-Abkommen zwischen SOCAR und ausländischen Ölgesellschaften unterzeichnet werden.

Vielfältige Aufgaben

SOCAR stellt seit nunmehr fast zwei Jahrzehnten sicher, dass die mit dem Jahrhundertvertrag und den Folgeabkommen verbundenen Ansprüche optimal erfüllt werden. Verfügt SOCAR doch durch die kontinuierliche Optimierung aller Bereiche über die notwendige Produktionsstärke, gut entwickelte Serviceleistungen und die entsprechenden wissenschaftlichen und technischen Erfahrungen, z.B. zur Durchführung von Onshore- und Offshore-Explorationen.

SOCAR vertritt die Interessen Aserbaidschans daher selbstverständlich auch bei allen Großprojekten, die für eine effiziente Ressourcen-Ausschöpfung maßgeblich sind:

BTC Öl-Pipeline

Erstreckt sich über 1769 km, verläuft durch Aserbaidschan, Georgien und Türkei und befördert das in den ACG-Feldern produzierte Öl in den Mittelmeerraum. Damit erleichtert die Pipeline den Zugang zu den Offshore-Ölfeldern des Kaspischen Meeres und fungiert als Alternative zu den die Russische Förderation durchlaufenden Öl-Pipelines. Die gesamten Baukosten beliefen sich auf über 4 Mrd. Dollar, beteiligt an den Bauarbeiten waren über 10.000 Angestellte. Am 25. Mai 2005 wurde das erste Öl in die Pipeline gepumpt und kam am 28. Mai 2006 im Hafen von Ceyhan an. Die Durchsatzleistung der BTC beträgt derzeit 1,2 Mio. Barrel pro Tag. Insgesamt wurden 2010 etwa 286 Millionen Barrel (rund 38 Millionen Tonnen) Rohöl über die BTC transportiert.

Shah-Deniz

Zählt mit Gas-Vorräten von über 1 Trillion Kubikmeter zu den größten Erdgasfeldern der Welt. Das Vorkommen, das sich über eine Fläche von ca. 859,8 km² erstreckt, liegt im Tiefseegebiet des Kaspischen Meeres, 70 km südöstlich von Baku in Tiefen von 50 bis 500 m. 2010 wurden 6,9 Mrd. Kubikmeter Erdgas und 1,9 Mil. Tonnen (14,7 Mil. Barrel) Kondensat bzw. täglich ca. 19 Mil. Kubikmeter Gas und ca. 40.200 Barrel Kondensat gefördert. Die Realisierung des Projekts erfordert Investitionen in Höhe von 4 bis 5 Mrd. Dollar. 2010 betrugen die Ausgaben für das Shah-Deniz-Projekt 170,4 Mil. Dollar für den laufenden Betrieb und 398,6 Mil. Dollar für die Finanzierungskosten.

ACG-Felder

Das Vertragsgebiet, rund 100 km östlich von Baku gelegen, umfasst mehr als 432,4 km². Damit ist es das größte Ölfeld im aserbaidschanischen Sektor des Kaspischen Beckens. Betrieben wird es von BP im Auftrag der Azerbaijan International Operating Company (AIOC). Der Tag der Vertragsunterzeichnung, der 20. September, wird in Aserbaidschan als „Tag der Ölarbeiter“ gefeiert. 2010 wurden auf den ACG-Feldern durchschnittlich 823.000 Barrel pro Tag (B/T) gefördert. An Beigas wurden von BP, dem Betreiber der ACG-Felder, insgesamt 3,4 Mrd. Kubikmeter Beigas an SOCAR geliefert.

Südkaukasus-Pipeline

Die Gas-Pipeline transportiert Erdgas vom Shah-Deniz-Feld im Kaspischen Meer in die Türkei und folgt dabei der Trasse der BTC Öl-Pipeline in die Türkei. Die Pipeline hat eine Länge von 692 km und endet in der Stadt Erzurum, wo sie an das türkische Gasnetz angeschlossen ist. Die jährliche Transportleistung umfasst 7 Mrd. Kubikmeter Gas, der tägliche Durchsatz lag 2010 bei 14 Mil. Kubikmeter. In Zukunft werden die Verlegung einer neuen Pipeline durch Aserbaidschan und den Bau von zwei neuen Verdichterstationen in Georgien die transportierte Gasmengen auf über 20 Mrd. Kubikmeter pro Jahr erhöhen. 

SOCAR Gebäude in Baku