Unberührtes Gebiet

Der Hirkan-Nationalpark ist mit einer Fläche von mehr als 21.000 Hektar der kleinste der im Süden gelegenen Nationalparks. Und dennoch sicher auf Grund der Urwälder und deren Ursprünglichkeit einer der interessantesten. Circa 150 verschiedene Gehölzarten weist das Gelände auf, das vom Talis-Vorgebirge bis hin zur iranischen Grenze reicht.

Relikte aus der Eiszeit

Was den Hirkan-Nationalpark einmalig macht, ist nicht nur die Menge der hier vorhandenen Gehölze. Es ist auch deren Einmaligkeit. Viele Arten sind endemisch, das heißt, sie sind nur hier zu finden. Zwei Ursachen waren für diese botanische Besonderheit ausschlaggebend. Zum einen blieben die Hirkanischen Wälder von dem sich in ganz Europa während der Eiszeiten ausbreitenden Artensterben verschont. Zum anderen blieb ein Großteil der Hirkanischen Wälder als unberührt von Holzeinschlag und Beweidung – im Gegensatz zu vielen Gegenden Asiens und Europas, in denen die bereits vor Jahrtausenden einsetzende Umwandlung natürlicher Landschaften in Kulturlandschaften bis heute fortschreitet. Dies macht die Bestände des Hirkan-Nationalparks zu den artenreichsten Laubwäldern der gemäßigten Zone Europas sowie Asiens und daher auch besonders schützenswert. Kein Wunder also, dass die Hirkanischen Wälder auch als UNESCO-Weltnaturerbe nominiert wurden.

Zwei Wahrzeichen

Zu den extrem seltenen Arten, die der Besucher hier antrifft, und die als letzte Relikte aus der Eiszeit, genauer, aus dem Tertiär gelten, zählen außer einem Wahrzeichen des Parks, dem Eisenholzbaum (lat. Parrotia persica), z.B. die Orient-Buche (lat. Fagus orientalis). Der bis zu 30 Metern hohe und vielfach verzweigte Eisenholzbaum, verfügt übrigens über eine so hohe Dichte, dass er im Wasser untergeht. Zweites Wahrzeichen des Parks ist der Kaukasus-Leopard. Einem der seltenen Exemplare dieser Spezies bei einem Besuch des Parks zu begegnen, ist allerdings höchst unwahrscheinlich. Die letzten Leoparden Europas leben vorwiegend in einem für Besucher gesperrten Schutzgebiet und sind zudem sehr menschenscheu.

Touren durch den Park lassen sich unter einer fachkundigen, englischen Leitung durchführen. Zu beachten ist dabei, dass sich das Besucherzentrum und die Verwaltung außerhalb des Hirkan-Nationalparks, bei der Ortschaft Hirkan angesiedelt sind.

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