Historisch bewegte Stadt

Gence, im Westen zentral zwischen Armenien und Georgien sowie beidseitig des Gence-Flusses gelegen, ist die Heimat des Nationsdichters Nizami. Die zweitgrößte Stadt Aserbaidschans blickt auf eine 2000 Jahre alte Geschichte zurück. Einige der Wegmarken sind: Blütezeit im 12. Jahrhundert, religiöses und wirtschaftliches Zentrum im 17. Jahrhundert, 1918 bis 1920 Hauptstadt der unabhängigen Republik Aserbaidschan, anschließend unter Stalin Industriestadt mit dem Namen „Kirovabad“ und seit 1989, dem Ende der Sowjetära, wieder offiziell als Gence benannt. Heute zählt Gence rund 300.000 Einwohner, bietet viel Grün, mehrere Hochschulen und natürlich als Folge seiner wechselvollen Historie einiges an Sehenswürdigkeiten, u.a., die Alexander-Njweski-Kirche, das etwas außerhalb gelegene 20 Meter hohe Nizami-Mausoleum, die Schah-Abbas-Moschee und einen Hamman, beides aus dem 17. Jahrhundert, sowie eine Karawanserei. Darüber hinaus ist Gence ideal, um von hier aus weitere Orte des Westens aufzusuchen.

Idylle mit Aussicht

Für Naturfreunde geradezu ein Muss ist der See Göygöl, der sogenannte Blaue See. 36 Kilometer entfernt von Gence, gesäumt von Wiesen und Wäldern, im Hintergrund beeindruckende Berge, gehört der klare Bergsee zu den schönsten Attraktionen, die man in Aserbaidschan vorfinden kann.

Natürliche Medizin

Auch ein besonderes Erlebnis, allerdings ganz anderer Art, verspricht der ehemalige sowjetische Kurort Naftalan. Hier kann man in heilbringendem Öl schwimmen und so eine Linderung bei diversen Erkrankungen wie Rheuma und Arthritis erzielen. Möglich macht dies die spezielle Konsistenz des hier vor Ort geförderten Öls, ein weißes Öl, das auf Grund seiner Schwere für den Erdölmarkt ungeeignet ist. Die Heilwirkung des lokalen Öls wurde schon von Marco Polo gepriesen und später sogar nach Indien und China exportiert. Heute laden zwei große Sanatorien dazu ein, Ölbäder zu nehmen. Üblich sind pro Tag 10 Minuten in einer Wanne voll von lauwarmem Öl. Ein kleines Regionalmuseum im Ort veranschaulicht übrigens die Heilwirkung des weißen Öls auf sehr anschauliche Weise: zu sehen gibt es die Krücken der Patienten, die Naftalan geheilt verlassen haben.

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