Bedeutende Exklave, besonderes Reiseziel

Historische Kulturgüter, bemerkenswerte Berglandschaften: Nachitschewan, die aserbaidschanische Exklave, grenzt an den Iran, Armenien und im Westen an die Türkei. Kaum von westlichen Touristen besucht, ist Nachitschewan gerade für Entdecker die Gelegenheit, in aller Ruhe eine weitere interessante Seite aserbaidschanischer Kultur und Natur kennen zu lernen. 

Westliches Flair

Sicher überraschend ist der erste Blick auf Nachitschewan-Stadt, die Hauptstadt der Exklave: Boulevards und Gebäude vermitteln teils einen geradezu westlichen Eindruck. Dazwischen viele Bauten, die unverkennbar aserbaidschanische Geschichte erlebbar machen. Zum Beispiel das Mömine-xatung Mausoleum, ein imposanter Turm aus dem 12. Jahrhundert mit fein ausgearbeiteten Mustern und einem für diese Bauperiode typischem türkisen Kachelwerk. Gleich ins Auge fällt auch die bonbonfarbene Imamzadeh, ein Schreingrab aus dem 16. bis 17. Jahrhundert. Ein Kuriosum ist das größtenteils unter der Erde liegende Buzxana, der im 14. Jahrhundert errichtete Kuppelbau war einst Aserbaidschans größtes Kühlhaus. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten zählen der mit goldenen Kuppeln verzierte Serq-Hammam, heute ein Teehaus, die Khan-Residenz, in der sich ein Teppichmuseum befindet, sowie die Heydar-Aliyev-Moschee, gut zu erkennen an ihrer leuchtend grünen Kuppel. 

Tipp für Rundreisen 

Nachitschewan-Stadt ist mit seiner großen Auswahl an Hotels und der zentralen Lage ein sehr guter Ausgangspunkt für Tagesausflüge in andere Gebiete Nachtschiwans. 

Schöner Südosten 

Der Südosten ist zweifellos einen Abstecher wert. Ein visueller Genuss ist die Fahrt durch die wunderschönen Berglandschaften nach Ordubad. Der Besuch der „Stadt der Platanen“, lohnt ebenfalls: der altertümliche Charme und die beeindruckende Bergkulisse nehmen einem gleich gefangen. Vor der Stadtbesichtigung empfiehlt sich ein Gang in das Museum, in dem man zu Ordubad und der Region bestens informiert wird. Nordöstlich der Stadt verläuft der Nationalpark Ordubad – u.a. die Heimat der letzten Leoparden Nachitschewans. Oberhalb von Nesirvaz kann man die Qamiqaya-Petroglyphen, Felszeichungen mit Jagdszenen aus der Bronzezeit, mit Hilfe eines Führers entdecken. Abschließen lässt sich eine Tour in den Südosten z.B. mit einem Blick auf den Ilandag, eindrucksvoller Riesenfels und Wahrzeichen Nachitschewans.

Blaues im Norden

Hält man sich gen Norden erreicht man nach Bicenek das Sahbuz-Reservat. Attraktiv wegen seiner nahezu unbeschadeten Wälder und zweier Seen. Der Ganli Göl, der sogenannte Blutsee, auf dem Inseln aus Torf schwimmen und der weiter oberhalb gelegene Zorbulaq-See. Einladend zum Picknicken und Baden im glasklaren Wasser. Sehenswertes aus kultureller Sicht bietet der Nordwesten u.a. mit dem Mausoleum des Cehan Kudi xatun im Dorf Qarabaglar, 35 Kilometer von Nachtschiwan-Stadt. Ein gewaltiger, restaurierter Bau, aus dem 12. bis 14. Jahrhundert, mit türkisfarbenen, nach wie vor immens leuchtenden Kacheln auf dem Grabmal. Setzt man seinen Ausflug Richtung Türkei fort, wird es landschaftlich äußerst reizvoll. Zunächst folgt das Delta des Arpançay mit seiner grünen, landwirtschaftlich genutzten Ebene, anschließend lässt sich bei Sederek der Blick auf den Ararat, den mit über 5.000 Metern höchsten Berg in der Türkei genießen.

Tipps für Anreise

Nachitschewan erreicht man mit dem Flugzeug von Baku oder Gence aus. Oder per Busfahrt durch den Iran. Beste Reisezeiten sind April und Mai sowie Herbst. die Temperaturen liegen im Sommer bei 40 Grad, im Winter hingegen bei minus 30 Grad.