Ursprüngliche Landschaften, zauberhafte Orte

Der Nordosten zählt zu den beliebtesten Reisezielen. Ein Grund dafür ist sicher auch die eindrucksvolle Natur. Ein weiterer: zahlreiche der Sehenswürdigkeiten sind auch mühelos in Tagesausflügen von Baku aus zu erreichen. 

Unterwegs im Gebirge 

Bereist man die Region von der aserbaidschanischen Hauptstadt aus Richtung Norden ist der Besbarmaq eine lohnende erste Station. Der sogenannte Fünf-Finger-Berg, eine der bekanntesten Pilgerstätten Aserbaidschans, ist in ca. 1 Stunde bestiegen und belohnt den Wanderer mit einer umwerfenden Aussicht auf das Meer und die westlichen Kaukasusgipfel. Von Fuße des Besbarmaq ist ein Abstecher zur malerisch gelegenen Burg Çirax Qala eine Überlegung wert – die Anlage thront auf einem ca. 1000 Meter hohen Fels inmitten eines Waldes. Unweit der Burg liegt die 1744 gegründete Stadt Quba – heute die bedeutendste Stadt im Nordosten Aserbaidschans und bekannt für seine Teppiche. Deren Herstellung kann man in der Teppichmanufaktur QQ bewundern und im angeschlossenen Shop schöne Stücke kaufen oder in Auftrag geben. Schön anzuschauen sind außerdem mehrere teils farbenfroh gestalteten Moscheen sowie die Siedlung Krasnaja Sloboda, in der in friedlicher Nachbarschaft mit der muslimischen Bevölkerung rund 5000 Bergjuden leben. 

Ca. 60 Kilometer von Quba liegt das 5000 Jahre alte Bergdorf Xinaliq – eine der schönsten Orte Aserbaidschans. Die Architektur mit ihren terrassenförmig anlegten Lehmhäusern ist einzigartig, ebenso wie die ureigene Sprache der Dorfbewohner. Darüber hinaus ist Xinaliq ideal, um von hier aus den 4.142 Meter hohen Sahdag zu erklimmen oder für eine Aufsehen erregende, landschaftlich sehr reizvolle ca. 6-stündige Tour per Pferd nach Laza, einem Lesgier-Dorf, in imposanter Berglandschaft. 

Einen deutlichen Kontrast hierzu bietet ein Ausflug in das weiter westlich im Kaukasus gelegene Seki. In der zwei Jahrtausende alten Stadt lassen sich ein legendärer Khan-Palast, eine Gemäldegalerie, ein Ethnografisches Museum besichtigen, berühmte Süßigkeiten probieren oder einfach nur das orientalisch anmutende Flair genießen. 

Tipp für Bergwanderungen 

Die schönsten Zeiten für Wanderungen in Aserbaidschans Bergen ist generell der Frühling. Die höchsten Gipfel sind allerdings nur im Juli und August zu erreichen. Zusätzlich ist wegen der Gletscher und Schneekuppen für manche Touren, z.B. für eine Besteigung des über 4000 Meter hohen Sahdag, alpine Erfahrung gefragt. Grundsätzlich zu empfehlen ist bei Wanderungen abseits befahrener Wege und in höheren Lagen die Buchung eines Führers. 

Entlang der Küste 

Hält man sich von Baku aus Richtung Küste ist Sabran ein erster lohnender Zwischenstopp. Hier findet man die Reste einer aus dem 17. Jahrhundert stammenden Festung. Weiter nördlich liegt Xacmaz – ein Städtchen mit einem attraktiven 1900 von einem Ölbaron erbauten Bahnhof, mehreren Museen und der mit vielen Kuppeln versehenen Qaraqurtlu-Moschee aus dem 15. Jahrhundert. Es folgt das Küstengebiet zwischen Xudat und Nabran, ein beliebtes Ziel für das sommerliche Baden, mit vielen Hotels, sandigem Küstenstreifen und dahinter liegenden Wäldern voller Lianen. Nabran bietet neben einem ca. 30 Kilometer langen Strand eine große Auswahl an Hotels, Resorts Restaurants, Beach-Bars und Shops. 

Tipp für Badeurlaub 

Die Küste von Xudat bis Nabran wird im Sommer wegen seiner Bademöglichkeiten auch gern von vielen Bewohnern Bakus genutzt. Wer also buntes Treiben mag, ist hier genau richtig. Wer hingegen viel Ruhe vorzieht, sollte den Küstenabschnitt in der Nachsaison – ab Mitte September besuchen.