Europa und Orient gut gemischt

Baku, die Hauptstadt Aserbaidschans, bietet Besuchern zahllose Unterhaltungsmöglichkeiten und Sehenswürdigkeiten. Elemente vieler Kulturen und die Prägung durch verschiedenste Baustile machen sich in der turbulenten Millionenstadt überall bemerkbar und schaffen einen ganz eigenen Mix aus orientalischen und europäischen Einflüssen. 

Beschauliche Altstadt 

Einen Besuch wert ist auf jeden Fall die seit 2000 zum UNESCO-Welterbe gehörige Altstadt Bakus – ein beschaulicher Ort in der turbulenten Millionenstadt. Mit einem Gewirr aus pittoresken, schmalen Gassen, authentischem Flair und einer feinen Auswahl an Hotels, Restaurants und Geschäften. Architektonisch besonders interessant sind der Schirwanschah-Palast und der Jungfrauenturm. Ersterer liegt am höchsten Punkt der Altstadt. Schmuckstück des Palast-Komplexes ist die sogenannte Divanxana, eine Rotunde mit Spitzbogenarkaden. Vom ca. 30 Meter hohen legendenreichen Jungfrauenturm aus genießt man einen schönen Blick über die Altstadt. Im Innern des eigenwillig geformten Turms sind neben historischen Aufnahmen Handwerksarbeiten aus ganz Aserbaidschan zu sehen. Einen Blick sollte man auch auf die imposanten Villen aus dem 19.Jhr., der Zeit des Ölbooms, werfen. Die berühmteste, die Hajinski-Villa, steht direkt neben dem Jungfrauenturm. Für einen entspannten Zwischenstopp eignet sich besonders die Umgebung des alten Basars. In den benachbarten rund 500 Jahre alten ehemaligen Händler-Herbergen lässt sich heute gemütlich speisen. 

  • Schirwanschah Palast
  • Jungfrauenturm
  • Divanxana

Außerhalb der Altstadt 

Die „Unabhängigkeitsstraße“ die belebte Ringstraße Bakus, ist von prächtiger Architektur gesäumt. Unter den zahlreichen Bauwerken sind besonders zwei hervorzuheben: Das Rathaus, um 1900 im Renaissance-Stil erbaut und mit einem Uhrenturm versehen sowie der Ismaliliya-Palast, ein Nachbau des Palazzo Contarini in Venedig. Heute Sitz der Verwaltung des naturwissenschaftlichen Instituts. 

Besonders lebhaft geht es rund um den Fontänenplatz zu. Umgeben von westlichen Restaurantketten tummeln sich hier tagsüber die Händler. Abends wandelt sich die Kulisse und die Gegend wird zur beliebten Flaniermeile. Einen beschaulichen Kontrast dazu liefert ein Spaziergang auf dem Bulvar, Bakus Promenade jenseits der Uferstraße. Hier kann man entspannt einen Kaffee genießen oder in einem der Designer-Shops in Ruhe nach exquisiten Stücken Ausschau halten. Ganz andere Perspektive auf Baku versprechen eine ca. halbstündige Bootstour mit Blick auf das Stadt-Panorama oder besonders am Abend eine Runde im Riesenrad auf dem Bulvar. 

Kurze Abstecher, bleibende Eindrücke

Einen Ausflug in das westliche Stadtzentrum startet man besten mit der Zahnradbahn Funikular. Oben angekommen kann man von der reichverzierten Türkischen Moschee aus durch den ehemaligen Kirov-Park spazieren. Das alte Yasamai-Viertel an den gleichnamigen Hängen ist ein charmantes Stadtgebiet, steile Straßen, ruhige Gassen und alte Wohnhäuser prägen das Bild. Nicht weit entfernt befinden sich Aufsehen erregende Bauten: die Töyba-Moschee, entstanden während der Ära des Ölbooms, die imposante Taza-Pir-Moschee, die Kirche St. Archangel Michail mit ihrem Zwiebelturm sowie die Vaad L’lat-Synagoge. 

Wer nördlich des Stadtzentrums unterwegs ist, sollte sich den Tece-Basar auf keinen Fall entgehen lassen. Die Szenerie mit den Ständen aus pyramidal aufgetürmtem Obst und Gemüse und dem bunten Treiben machen den Tece-Basar zu einem visuellen Erlebnis – rundum lohnend, um auch mit der Kamera festgehalten zu werden. Ebenso eindrucksvoll ist ein Besuch des Richard-Sorge-Denkmals, vor allem in der Dämmerung. Dann leuchten die großen elektrischen Augen innerhalb des Monuments und verbreiten eine geheimnisvolle Atmosphäre, passend zu der Agententätigkeit von Richard Sorge, der getarnt als deutscher Journalist zurzeit des Nationalsozialismus für die Sowjetunion spionierte.

Immer gut unterhalten 

An Unterhaltung besteht in Baku kein Mangel. Auch für Touristen, die mal zwischendurch eine eher westliche Atmosphäre genießen möchten. Kneipen- und Bars mit Namen wie Paul’s, München, The Brewery, Finnegan’s oder Shakespeare versprechen genau das, was sie halten: deutsche, irische oder britische Speisen und Getränke in dem dazu passenden Ambiente. Puncto Nachtleben hat man die Auswahl zwischen angesagten Locations wie dem Mirage inkl. Disco, Live-Shows und Wasserpfeifenzimmer und eher entspannten Treffs, z.B. der Q bar, einer Open-Air-Bar, die sich für einen gepflegten Cocktail eignet. Für Musikfreunde ist das Angebot ebenfalls vielfältig. Dazu zählen Jazzclubs mit sehr gutem Programm, die traditionelle Mugam-Musik, vor allem in den Karawansereien der Altstadt, Rock- und Popkonzerte sowie klassische Musik in der Philharmonie oder im Kapellhaus. Wer Oper und Ballett schätzt, kommt im eindrucksvollen Saal der Staatsoper auf seine Kosten. 

Tipps für Baku 

Die einfachste und günstigste Art der Fortbewegung ist in Baku die Metro. Der Streckenplan ist übersichtlich, die Preise sind moderat. Für geführte Stadttouren und Ausflüge sind mehrere Anbieter verfügbar, z.B. STI-Travel, www.sti.az Tourismusinformation und Tourismusministerium bieten Informationen und Info-Materialien. 

Impressionen aus Baku