Traditionell hohe Qualität

Flaniert man durch die Altstadt Bakus, gewinnt man einen Eindruck von dem vielfältigen aserbaidschanischen Kunsthandwerk: in den Geschäften findet sich eine reiche Auswahl der regional gefertigten Stickereien, Seidenschals und Kupferwaren. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die angebotenen Teppiche. Für deren Qualität ist Aserbaidschan seit Jahrhunderten bekannt. So wurden z.B. bereits im 3. Jhr. n.Chr. kunstvolle Stücke geknüpft – eine Tradition, die heute in voller Blüte steht. 2010 wurde die Teppichknüpfkunst von der UNESCO in die Liste der erhaltenswerten Kulturgüter aufgenommen. Und mit der Möglichkeit, diese Fertigkeit u.a. an der Staatlichen Akademie und der Staatlichen Kunstschule zu erlernen, nimmt die Teppichkunst zugleich zeitgenössische Einflüsse auf. Aserbaidschanische Teppiche sind an Hand von Motiven, Material und Knotendichte unterscheidbar. So hat man u.a. die Wahl zwischen Grobwolle und hochwertiger Wolle, Stücke mit 900 bis 3.600 Knoten pro cm2 sowie traditionellen und modernen Motiven. 

Aserbaidschanische Teppichkunst

Tipps für Teppichkauf 

Flor und Dichte bestimmen den Preis. Die Knotendichte sollte auf der Rückseite vermerkt sein. Teppiche ausführen, darf man nur mit spezieller Genehmigung. Diese kann der Verkäufer vornehmen. Vom Export ausgeschlossen sind Stücke, die älter als 30 Jahre sind. Wertvollere Teppiche kann man im Latif Karimov-Teppich-Museum in Baku professionell schätzen lassen. 

Kunst in vielen Stilen zuhause 

Die Website www.azgallery.org bietet einen ersten Vorgeschmack. Präsentiert werden rund 4000 Werke von 170 Künstlern. Vorrangig Gemälde und Skulpturen, neben Zeitgenössischem auch bisher selten gezeigte Arbeiten aus der sowjetisch geprägten Periode Aserbaidschans. Zu sehen gibt es auch expressive Landschaften von Sattar Bahluzade, einem der bekanntesten Künstler Aserbaidschans. Ist man erst mal in Aserbaidschan, gibt es ausreichend Gelegenheit Originale zu besichtigen. Allein in staatlichen Gemäldegalerien befinden rund 14.000 Exponate. Für Kunstinteressierte besonders eindrucksvoll: die stilistische Vielfalt und der ganz eigene Mix von internationalen Kunstströmungen und nationalen Elementen aus Symbolik und Mythologie.

Frühlingsmelodie von Sättar Bahlulzadeh

Tipps für Kunstausstellungen 

Größtes Kunstmuseum ist das 1936 gegründete Rustam Mustafayev Staatsmuseum der Künste in Baku. Es bietet über 3000 Exponate in 60 Räumen. Neben aserbaidschanischer, russischer und europäischer Kunst, auch Werke persischer, türkischer, chinesischer und japanischer Künstler. Auf jeden Fall einen Besuch lohnt auch das Museum für moderne Kunst. Basis der Sammlung sind rund 800 Werke der aserbaidschanischen Avantgarde von 1950 bis heute. Ergänzt wird die Sammlung durch Exponate der klassischen Moderne, z.B. Picasso, Dali, und der russischen Avantgarde wie Marc Chagall oder Wassily Kandinsky. Mehr unter: www.mim.az 

Wussten Sie schon,

dass ein so altes Kulturgut wie der Teppich nicht in Persien, sondern von Nomaden auf dem Gebiet Aserbaidschans erfunden wurde?
Die Wandervölker des Kaukasus brachten ihre geknüpften Kunstwerke bis in den heutigen Iran, wo diese dann erst viel später als "Perserteppiche" Berühmtheit erlangen sollten.