Ein Land mit vielen Baustilen

Die Entwicklung der Architektur in Aserbaidschan lässt sich über zahlreiche Perioden hin zurückverfolgen. Zum Beispiel der Beginn der Besiedlung an Hand der rund 10.000 Jahre alten Höhlen in Gobustan, die einsetzende Stadtgestaltung, dokumentiert u.a. durch den Tempelkomplex in Mingeçevir, die mit der Verbreitung des Islams verbundene Errichtung von Moscheen, Mausoleen und Karawansereien, die Einflüsse der Sowjetherrschaft und natürlich die Strömungen innerhalb der aktuellen Architektur-Szene.

Besichtigungstour in Baku

Besonders gut kann man in Baku von der Altstadt bis in die Vorstädte bedeutende Architektur vergangener Jahrhunderte und imposante Gebäude der Gegenwart in Augenschein nehmen. Zu sehen gibt es zahlreiche mittelalterliche Bauten, z.B. den Jungfrauenturm oder den Palast der Schirwanschahs, ebenso wie die ornamentalen Villen aus der Zeit des Öl-Booms Anfang des 20. Jahrhunderts. Neubauten wiederum spielen oftmals mit historischen Zitaten und orientalisch inspirierten Elementen. Ein beliebter Baustoff ist dabei Sandstein. Zu den aktuellen Trends der Stadtplanung in ganz Aserbaidschan zählen Fontänen, vorrangig in den Zentren, und die Anlage von Grünflächen, besonders in Form weitläufiger Parks.

Besondere Architektur allgegenwärtig

Zeugnisse islamisch geprägter Baukunst, z.B. große Mausoleen, lassen sich auch gut in Nachitschewan-Stadt, der Kapitale der gleichnamigen an Iran, Armenien und Türkei grenzenden aserbaidschanischen Exklave, besichtigen. Ordubad, im Südosten Nachitschewans, ist nicht nur die „Stadt der Platanen“, sondern auch ein Ort, an dem sich noch viele Beispiele für traditionelle aserbaidschanische Bauarten finden. Typisch sind von hohen Mauern umgebene Wohnhäuser, die über einen Brunnen und Gärten verfügen.

Der ländliche Baustil wiederum ist vorwiegend in ganz Aserbaidschan vom Einsatz kleingliedriger Fensterfassaden und Erkern geprägt. Von gestalterischer Bedeutung ist auch der Dachbau, bei dem zunehmend dekorative Weißblech-Verzierungen verwendet werden.